Des einen Freud‘ – des andren Leid…

John Bachnick

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

ich bin selbst seit 14 Jahren als Anleger im Markt aktiv und kenne die „guten alten Zeiten“ von 6% Zinsen auf dem Sparkonto nur zu gut. Doch was ist passiert? Wieso wird es dem Anleger heute so schwer gemacht, noch einen vernünftigen Ertrag zu erwirtschaften? Und warum zahlt mir meine Bank keinen Zins mehr – „DIE“ arbeiten ja schließlich mit meinem Geld?

Viele Fragen – eine Antwort:
Die Schulden müssen bezahlbar bleiben.

In den vergangen 40 Jahren haben Staaten weltweit eine horrende Summe an Schulden angehäuft. Im Zuge der Finanzkrise 2008 ist die Summe noch einmal förmlich explodiert – Banken und Staaten mussten gerettet werden, damit Privatanleger einen nur „geringen“ Schaden davontragen. Höhere Schulden führten jedoch auch zu höheren Zinszahlungen!

Stellen Sie sich einmal vor, Sie verdienen im Monat 1.500 EUR und geben nur für die Begleichung Ihrer Schulden 2.000 EUR aus – dann können Sie sich vorstellen, wie es einigen europäischen Ländern vor kurzem noch erging. Eine radikale Zinssenkung musste her, damit die Staaten weiterhin zahlungsfähig blieben.

Ziel ist es nicht, um Ihr Mitleid zu werben, vielmehr ist es eine Verständnisfrage. Fast alle Staaten, denen es derzeit schlecht geht verfügen über einen desolaten Haushalt, Korruption und kurzfristige Machtspielchen der Politik. Sie – lieber Anleger – können dafür nun wirklich nichts, Sie tragen aber dennoch die Konsequenzen – jedenfalls, wenn SIE es wollen.
Konsequenz 1 - Die Geburt des Antizinses!
Bisher war das Wort „Zins“ ein durchaus sehr positives, schließlich bezeichnet es die Entlohnung des Gläubigers (Anlegers) für die Überlassung von Kapital an einen Schuldner. Es drängt sich nun jedoch die Frage auf, wie man die Bestrafung für eben diesen Vorgang nennen soll?!

Es gibt mittlerweile einige Banken in Deutschland die negative Zinsen auf Sparkonten anbieten. Einige Analysten gehen davon aus, dass dies ab dem Jahr 2017 sogar flächendeckend in Deutschland zur Realität wird. Neu ist dieses Problem sicherlich nicht und mittlerweile ist die Bevölkerung an schlechte Nachrichten gewöhnt. Es ist jedoch interessant, wie Anleger auf die aktuellen Zinsen reagieren.

  • Variante 1 – Geld unters Kopfkissen legen
  • Variante 2 – Geld ausgeben (Konsum)
  • Variante 3 – Geld verschenken
  • Variante 4 – einfach keine Reaktion zeigen und hoffen, dass alles besser wird

Und, welcher Gruppe gehören Sie an?
Konsequenz 2 – Ihr Geld ist (ver)sicher(t)!
Es war einmal eine Bankenlandschaft in Europa, der man noch vertrauen konnte. Die bösen Geschäfte wurden im stillen Kämmerlein getätigt und keiner hat etwas davon erfahren. Nach außen konnten besagte Institute durch Ihre Sicherheit und Nähe zum Kunden glänzen. Doch hat dieses Vertrauen nach all den Skandalen und Pleiten noch bestand?

Im Gegenteil – deutsche Bankinstitute sind nahezu marode. Jahrelange Rechtsstreitigkeiten, Fehlspekulationen, Filialschließungen und Entlassung von Mitarbeitern bedrohen aktuell nicht nur Deutschlands größte Bank.

Glauben Sie wirklich Ihr Geld ist sicher?
Konsequenz 3 – droht eine Hyperinflation?
Wenn Sie jetzt auch denken, dass es besser ist, das hart ersparte Kapital einfach zu Hause im Tresor aufzubewahren und sich somit von Banken unabhängig zu machen, muss ich Sie leider enttäuschen, denn im schlimmsten Fall dient es nicht mal als guter Zündstoff, um Feuer zu machen.

Um die Schulden in den Griff zu bekommen und Wachstum zu erzeugen, druckt die europäische Zentralbank monatlich derzeit 80 Milliarden Euro neues Geld und „wirft“ dieses in den Markt. Man bekämpft also Feuer mit Inferno… Dieses Geld muss doch irgendwo hin?! Sollte der aufgeblähte Markt platzen droht eine plötzliche Entwertung des Geldes. Dazu würde es ausreichen, dass irgendeinem Menschen in ausreichend wichtiger Position auffällt, dass diese „neuen“ Schulden in 1.000 Jahren nicht zurückgeführt werden können. Wenn dann Staaten merken, dass Sie pleite sind, holen Sie sich das Geld eben über die Inflation zurück und zwar da wo es ist – bei Ihnen lieber Anleger.

Eine Lösung muss her…

Das Wichtigste vorweg: Nehmen Sie Ihr Geld in die Hand und investieren Sie es klug!

Nie war es so wichtig gewesen, eine Vermögensanlage an Ihre Ziele und Wünsche und an die aktuelle Marktlage anzupassen. Nie war es so wichtig, die Qualität der Bank und der Anlageprodukte genau zu prüfen und nie war es wichtiger einen verantwortungsvollen Anlageberater an Ihrer Seite zu wissen.

Und eines ist noch wichtig: bitte verbannen Sie die Worte „hundertprozentig sicher“ aus Ihrem Wortschatz. Eine 100%ige Sicherheit im Bereich der Geldanlage gab es noch nie und wird es auch wahrscheinlich nie geben – viel wichtiger ist es, die Risiken so klein wie möglich zu halten.

Gerne können Sie unser Investmentteam um Unterstützung bei Ihrer Strategie bitten.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Jahresende!

Ihr
John Bachnick
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